Gesundheitsaktien einmal anders

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Biotechnologie- und Pharmaunternehmen stehen bei vielen Anlegern und Fonds typischerweise im Mittelpunkt des Interesses, wenn es um Investitionen in den Gesundheitssektor geht. So investiert der ‚typische‘ Gesundheitsfonds im Durchschnitt mit 64% den Großteil seines Anlagevermögens in nur zwei Subindustrien, Biotechnologie und Pharmazie (siehe Graphik „Typischer Gesundheitsfonds““), obwohl acht weitere Subindustrien im Gesundheitssektor existieren.

Typischer Gesundheitsfonds
Kuchengraphik Private Banker

Quelle: Lipper, nova fund management

Durch dieses Übergewicht in der durchaus spannenden, jungen Subindustrie Biotechnologie und der weitaus etablierteren Pharmaindustrie verpassen typische Gesundheitsfonds jedoch oftmals attraktive Investitionsgelegenheiten in den anderen acht „untypischen“ Subindustrien des Gesundheitssektors. Die Übersichtstabelle  zeigt die zehn Subindustrien des Sektors.

Subindustrie chart

In vielen Fällen ähnelt somit auch die Wertentwicklung des typischen Gesundheitsfonds der Entwicklung des unterliegenden Referenzindex‘ (Benchmark), da Auswahl und Gewichtung der Portfoliopositionen im Wesentlichen durch die Benchmark bestimmt werden und in dieser hochkapitalisierte Pharmawerte und Biotechwerte dominieren.

Im Gegensatz zur Dominanz von Biotech und Pharma in vielen Fonds und Referenzindizes ermöglicht eine vollständigere Ausschöpfung der Heterogenität dieses Sektors über alle Subindustrien hinweg jedoch erfreulicherweise, sowohl risikoaffine als auch risikoaverse Anlagekonzepte im Gesundheitsbereich zu entwickeln und umzusetzen, je nach Präferenz der Investoren.

Zusätzlich können auch regionale Faktoren als Investitionskriterium hinzugefügt werden, um entweder Risiken weiter zu reduzieren oder die Renditeaussichten zu erhöhen.

Eine risikoaffine Anlagestrategie könnte beispielsweise darin bestehen, in aussichtsreiche Unternehmen aus der Subindustrie Biotechnologie sowie in Gesundheitsaktien aus Schwellenländern zu investieren. Somit profitiert der Anleger (unter gleichzeitigem Eingehen höherer Risiken) von dem Erfolg neuer Medikamente sowie dem überproportionalen Wirtschaftswachstum und dem damit verbundenen Ausbau der Gesundheitssysteme in Schwellenländern.

Im Umkehrschluss würde eine risikoaverse Strategie Biotechnologie und Schwellenländer meiden und stattdessen zum Beispiel in die Subindustrien „Distributoren“ (Healthcare Distributors) und „Gesundheitsausrüster“ (Healthcare Equipment) investieren. Auch würden keine Direktanlagen in Unternehmen der Schwellenländer vorgenommen werden.

Der Gesundheitssektor eignet sich in ganz besonderer Weise für die Entwicklung und Umsetzung sehr verschiedenartiger Anlagestrategien, da er 1.) wie zuvor beschrieben durch seine Heterogenität eine Vielzahl von Anlagekombinationen ermöglicht und 2.) ein attraktives Wachstumsprofil aufweist.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Wachstum im Vergleich zu anderen Sektoren defensiv und kaum zyklisch ist. Das heißt, die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen ist weitestgehend unabhängig vom Verlauf der Konjunktur.

Zudem wächst der Gesundheitssektor langfristig schneller als das globale Bruttoinlandsprodukt, wie aktuelle Prognosen der OECD aus den Jahren 2012 und 2013 und der nova fund management nahelegen: Demzufolge dürften sich die weltweiten Ausgaben für Gesundheit bis zum Jahr 2060 gegenüber dem Jahr 2010 mehr als vervierfachen, während das weltweite Bruttoinlandsprodukt „nur“ um den Faktor 2,7 ansteigt. Bis zum Jahr 2025 wird eine Verdopplung der Gesundheitsausgaben gegenüber 2010 erwartet.

Eine Vielzahl von Treibern sind für dieses langfristige und überdurchschnittliche Wachstum ausschlaggebend: Zu diesen gehören unter anderem das Wachstum und die Alterung der Weltbevölkerung, medizinische Innovationen, der Aufbau der Gesundheitssysteme in Schwellenländern, die Zunahme von Zivilisationskrankheiten und der weiterhin bestehendem Mangel an ursächlich wirkenden Therapien.

Eine klar umrissene Anlagestrategie und ein eindeutig definierter Investmentprozess sind zwingend erforderlich, um die individuelle Risikotoleranz des jeweiligen Investors zu berücksichtigen und vor dem Hintergrund des langfristigen Sektorwachstums untypische Renditequellen jenseits der „ausgetretenen Pfade“ Biotechnologie und Pharmazie zu erschließen.

von Oliver Kämmerer und Dr. Andreas Bischof, nova fund management GmbH

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Die nova fund management GmbH (www.novafunds.biz) offeriert institutionellen Investoren individuell zugeschnittene Investmentprodukte und -dienstleistungen. Das Unternehmen berät aktiv gemanagte Aktienfonds und professionelle Anleger und konzentriert sich dabei ausschließlich auf die globale Gesundheitsindustrie

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Dr. Andreas Bischof (links) ist promovierter Molekularbiologe und gründete die nova fund manage-ment GmbH im Jahr 2013. Zuvor betreute Dr. Bischof neun Jahre lang eines der weltweit größten Investmentportfolios im Gesundheitssektor im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Allianz SE / Allianz Global Investors in München. Oliver Kämmerer ist ausgebildeter Ökonom und trat der nova fund management GmbH im Jahr 2014 als geschäftsführender Gesellschafter bei. Er kann auf 13 Jahre Erfahrung in der Analyse von Gesundheitsaktien zurückblicken, unter anderem bei der West LB und der Schweizer Privatbank Julius Baer.

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