Ein risikoarmer Einstieg in den Aktienmarkt

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Investieren in Gesundheit

Gesundheitsaktien – ein risikoarmer Einstieg in den Aktienmarkt
von Dr. Andreas Bischof und Oliver Kämmerer

Im Niedrigzinsumfeld wenden sich Stiftungen vermehrt Aktieninvestments zu, wobei das Stiftungskapital möglichst risikoarm angelegt werden soll. Somit stellt sich die Frage: Wie können am Aktienmarkt attraktive Renditen auf eine möglichst risikoarme Weise erzielt werden? Aktien des globalen Wachstumsmarktes Gesundheit scheinen dafür prädestiniert, basierend vor allem auf der geringeren Volatilität im Vergleich zum Gesamtmarkt, der geringen Konjunktursensitivität und des hohen und nachhaltigen Wachstums. Die niedrige Volatilität des Gesundheitssektors in den letzten zehn Jahren (2005–2014) lag bei 14,2 Prozent p.a. (MSCI World Health Care Index) und somit deutlich unter den 17,5 Prozent p.a. des breiten Aktienmarktes (MSCI World Index). Diese niedrigere Schwankungsbreite der Gesundheitsaktien resultiert u.a. aus der geringeren Schwankungsanfälligkeit bzw. der größeren Kontinuität sowohl der Geschäftsmodelle als auch der Geschäftsentwicklung vieler Gesundheitsunternehmen. Zusätzlich gestützt wird die niedrigere Volatilität von Gesundheitsaktien durch die geringere Konjunktursensitivität ihrer Unternehmen. Beide Eigenschaften werden auch künftig zur erfreulich niedrigen Volatilität dieses Sektors beitragen.

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Geringe Konjunktursensitivität und Wachstum
Die geringe Konjunktursensitivität des Gesundheitssektors resultiert überwiegend aus der Unverzichtbarkeit von Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen. Auf dringend benötigte Medikamente und Therapien können Patienten schlichtweg nicht verzichten. Hinzu kommt, dass die Erstattung der Behandlungskosten größtenteils von Kostenträgern übernommen wird – beides konjunkturunabhängige Faktoren. Das hohe, nachhaltige Wachstum des Gesundheitssektors wird über Jahrzehnte hinweg über dem Wachstum des OECD-Bruttoinlandsproduktes liegen. So prognostiziert die OECD einen Anstieg der Gesundheitsausgaben von 6,2 Prozent des aggregierten Brutto inlandsproduktes der OECD-Länder im Jahr 2010 auf 9,5 Prozent im Jahr 2060 – und dies unter der Annahme eines Kostensparszenarios (Quelle: OECD Economics Department Policy Notes, No. 19 June 2013). Von diesem überdurchschnittlichen Wachstum profitieren auch die börsennotierten Gesundheitsunternehmen, deren Aktien sich daher zumindest mittelfristig besser entwickeln sollten als der Aktienmarkt insgesamt.

Zur Umsetzung von Investments im Gesundheitssektor
Wenngleich der Gesundheitssektor somit überaus geeignet für risikoaverse Investoren erscheint, so ist er doch sehr komplex und heterogen. Daher sollten sich Investitionen in den Sektor nicht auf einige wenige Aktien konzentrieren. Vielmehr sollten risikoaverse Anleger Investitionen diversifizieren, z.B. mittels Sektorfonds, die von der Expertise spezialisierter und erfahrener Fondsmanager profitieren. Eine weitere Risikominimierung lässt sich über Absicherungsmechanismen erzielen, die mögliche Wertverluste des Fonds begrenzen. Im Ergebnis kann der Gesundheitssektor Stiftungen so einen risikoarmen und erfreulich rentierlichen Einstieg in den Aktienmarkt bieten.

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