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Schlau und glücklich durch Schokolade!

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Schwedische Winter sind lang. Und kalt. Scheinbar passende Bedingungen, um dem Wohlbefinden mit einem Stück vollmundiger Schokolade auf die Sprünge zu helfen. Ganz nebenbei soll das Naschen nicht nur glücklich, sondern auch schlau machen. Das klingt zu schön, um wahr zu sein?

von Dr. med. Sarah Nagel

Dr. Franz H. Messerli, ein in New York praktizierender Schweizer Kardiologe, veröffentlichte 2012 einen Artikel1 im renommierten „New England Journal of Medicine“, in dem er einen erstaunlichen Zusammenhang herstellt: Je höher der Pro-Kopf-Konsum an Schokolade einer Nation ist, desto mehr Nobelpreisträger bringt sie hervor. Gestützt wird die Untersuchung auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die den im Kakao enthaltenen Flavonoiden unter anderem einen positiven Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit zusprechen.

Messerli überträgt diesen bei Einzelpersonen gefundenen Zusammenhang auf die Gesamtbevölkerung eines Landes. Als Surrogatmarker (von lateinisch surrogatum, deutsch ‚Ersatz‘, und englisch marker, deutsch ‚Kennzeichen‘) diente die Zahl der Nobelpreisträger des jeweiligen Landes (bis einschließlich 10. Oktober 2011). Insgesamt 23 Länder wurden in der Untersuchung berücksichtigt.

Es ergibt sich eine signifikante, lineare Korrelation zwischen dem Pro-Kopf-Verbrauch von Schokolade und der Zahl der Nobelpreisträger pro zehn Millionen Einwohner. Allen voran steht die Schweiz an der Spitze der Statistik. Sowohl der prozentuale Anteil der Nobelpreisträger als auch der Schokoladenkonsum sind hier am höchsten. Kein Wunder bei der leckeren Schweizer Schokolade. Die Schweizer haben es mal wieder erfunden und die besten Ideen dazu kommen scheinbar nach ausgiebigem Schokoladenverzehr. Bis Oktober 2011 hatte das Land insgesamt 32 Nobelpreisträger pro 10 Millionen Einwohner vorzuweisen, der jährliche Schokoladenkonsum lag bei sage und schreibe 12 kg pro Kopf. Messerlis Studie zufolge müsste der Schokoladenkonsum um jährlich 0,4 kg pro Person ansteigen, um dem entsprechenden Land einen zusätzlichen Nobelpreisträger einzubringen.

Chart Gluecklich durch Schokolade
Quelle: The New England Journal of Medicine (NEJM)

Einzige Ausnahme der Statistik ist Schweden: Bei einem vergleichsweise geringen Schokoladenverzehr (6,4 kg) brachten sie ebenso viele Nobelpreisträger hervor wie die Schweizer. Zwei Erklärungen zieht Messerli hierfür in Betracht: Entweder müsse man dem Nobelpreis-Komitee in Stockholm eine gewisse patriotische Voreingenommenheit in Bezug auf die Bewertung der Kandidaten unterstellen oder den Schweden eine besondere Sensibilität für Schokolade, sodass bereits kleinste Mengen eine enorme Steigerung der kognitiven Fähigkeiten zur Folge haben.

Da die Untersuchung bisher allein auf hypothetische Überlegungen beruht, schlägt Messerli vor, die Ergebnisse anhand einer prospektiven, randomisierten Studie zu überprüfen.

Es bleibt darzulegen, ob die gefundene positive Korrelation zwischen der Höhe des Schokoladenkonsums und der Zahl der Nobelpreisträger eines Landes weiteren Untersuchungen standhält. Denkbar wäre auch in umgekehrter Kausalität, dass eine verbesserte Hirnleistung den landesweiten Schokoladenkonsum ankurbelt. Beispielsweise könnten Personen mit überdurchschnittlich hoher kognitiver Leistungsfähigkeit sich in besonderer Weise der gesundheitsfördernden Wirkung von Flavonoiden bewusst sein und darum deren Einnahme steigern, räumt Messerli in der Diskussion seines Abstracts ein. Zugrundeliegende unabhängige Faktoren wie Unterschiede im sozioökonomischen Standard, klimatische oder geographische Faktoren müssen auch in Erwägung gezogen werden, scheinen aber in Anbetracht der deutlichen positiven Korrelation eher vernachlässigbar.

Dr. Messerli selbst genehmige sich täglich dunkle Schokolade, eine Mengenangabe oder eine genaue Angabe des enthaltenen Kakaoanteils wurde in dem Artikel nicht aufgeführt.

Der tatsächliche Schokoladenkonsum der Nobelpreisträger ist natürlich nicht bekannt, doch trotz des augenzwinkernden Tonfalls in Messerlis Artikel sind die zugrundeliegenden wissenschaftlichen Beobachtungen nicht irrelevant. Bestimmte Inhaltsstoffe der Schokolade erwirken scheinbar eine Steigerung der Hirnfunktion. Die sogenannten Flavanole (Polyphenole), eine Untergruppe der Flavonoide sind neben Kakao in unterschiedlichen Konzentrationen auch in Früchten, Rotwein sowie grünem und schwarzem Tee enthalten. Bei regelmäßigem Verzehr sollen diese sekundären Pflanzenstoffe unter anderem eine neuroprotektive Wirkung aufweisen.

Ob die Schweden wirklich eine höhere Sensibilität für die Flavanol-Wirkung aufweisen? Auch das wäre sicher ein interessanter Ansatz für weitere Studien.

1) Messerli FH, M.D.: Chocolate Consumption, Cognitive Function, and Nobel Laureates. N Engl J Med 2012; 367:1562-1564 October 18, 2012

Managersichten SJB Substanz Z 5+: nova Steady HealthCare (WKN A1145J) – März 2017.

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SJB | Korschenbroich, 21.03.2017 – Im ersten Quartal 2017 wurde der auf den Gesundheitsbereich spezialisierte nova Steady HealthCare P (WKN A1145J, ISIN DE000A1145J0) als Neuerwerbung in die SJB Strategie Substanz Z 5+ aufgenommen. Im Unterschied zu anderen Gesundheits-Fonds meidet das Nova-Produkt Biotechnologieaktien und investiert nur einen kleinen Teil des FondsVermögens in Pharmaunternehmen. FondsManager Dr. Andreas Bischof, zugleich promovierter Molekularbiologe, legt den Schwerpunkt des stark spezialisierten Investmentfonds auf den HealthCare-Sektor in all seinen Facetten. Dieser Fokus hat sich im bisherigen Jahresverlauf als sehr vielversprechend erwiesen: Der Nova Steady HealthCare hat in 2017 bereits eine positive Wertentwicklung von +7,71 Prozent in Euro zu verzeichnen. Die jüngsten Entwicklungen im US-Krankenversicherungssektor sorgen für weiteres Aufwärtspotenzial für die Aktien im FondsPortfolio. Marktexperte Dr. Bischof legt im Gespräch mit der SJB FondsSkyline dar, warum die sinkende US-Arbeitslosenquote für die nähere Zukunft positive Effekte auf den US-Krankenhaussektor und damit auch den Fonds haben dürfte.
von Volker Zenk

SJB FondsSkyline: “Was ist der entscheidende Unterschied zwischen der europäischen Gesundheitsbranche und dem US-Krankenversicherungssektor?”

Dr. Bischof: „Auch Krankenhäuser und Krankenhausketten sind an der Börse notiert. Doch gilt es als Anleger, gewisse Unterschiede zwischen den diversen Krankenhausbetreibern zu beachten: Das Geschäft europäischer Krankenhausbetreiber ist verhältnismäßig stetig, ebenso wie der Großteil des restlichen Gesundheitssektors. Anders ist die Situation jedoch bei amerikanischen Krankenhausbetreibern.“

SJB: “Welchen Zusammenhang gibt es in den USA zwischen dem Beschäftigungsgrad und dem bestehenden Krankenversicherungsschutz?”

Dr. Bischof: „Zum Ende der neunziger Jahre waren mehr als 70% der Amerikaner privat krankenversichert, also entweder über den Arbeitgeber oder durch selbst erworbenen Versicherungsschutz. Auch hatten zu diesem Zeitpunkt ca. 15% der US Bevölkerung gar keinen Krankenversicherungsschutz. Während der Anteil der Amerikaner mit selbst erworbenem Versicherungsschutz und derjenigen ohne Krankenversicherungsschutz von 1990-2012 recht konstant blieb, fiel der Anteil derjenigen mit einem an das Arbeitsverhältnis gebundenen Versicherungsschutz von ca. 65% im Jahr 1999 auf 55% im Jahr 2012. Diese Entwicklung wurde insbesondere durch die „Great Recession“ verstärkt, in der ca. 8,7 Mio. Arbeitsplätze zwischen Februar 2008 und Februar 2010 verlorengingen. Gleichzeitig nahm der durch öffentliche Programme (Medicaid, Medicare, Tricare) krankenversicherte Anteil der US-Amerikaner in den Jahren von 1999 bis 2012 um ca. 8% zu.“

SJB: “Worin bestehen die wesentlichen Unterschiede zwischen dem europäischen und dem US-Krankenversicherungssektor, und was sind die Konsequenzen der tendenziell sinkenden US-Arbeitslosenquote?”

Dr. Bischof: Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass in Europa eine generelle Krankenversicherungspflicht besteht, der Kostenträger im Allgemeinen über viele Jahre hinweg der gleiche bleibt und sich daher der Umfang des Versicherungsschutzes vergleichsweise wenig ändert. In den USA hingegen ändert sich der Kostenträger vergleichsweise häufig und damit auch Art und Umfang des Versicherungsschutzes. Wichtig ist dies im Hinblick auf Investitionen in Aktien börsennotierter Krankenhausbetreiber, da ein Wechsel des Versicherungsanbieters Veränderungen der Höhe der Zuzahlungen für ärztliche Dienstleistungen und Krankenhausaufenthalte mit sich bringen können. So werden vorübergehend einkommensschwächere Patienten, wie z.B. Arbeitslose, planbare Eingriffe und Krankenhausleistungen nach Möglichkeit verschieben und weniger „Extras“ in Anspruch nehmen. Diese Situation führt in den USA zu einer geringfügig zyklischeren Nachfrage nach Krankenhausdienstleistungen als in Europa. In den USA besteht eine hohe Korrelation zwischen der Arbeitslosenquote und den Krankenhausaufenthalten. Die Anzahl der Krankenhausaufenthalte in den USA wächst, sobald die Arbeitslosenquote unter 6% fällt. Zurzeit liegt sie in den USA bei 4,7% und treibt somit den Anstieg der Krankenhausaufenthalte an.

SJB: “Was sind die Folgerungen, die Sie daraus für die Aktieninvestments des nova Steady HealthCare ziehen?”

Dr. Bischof: “Basierend auf der gegenwärtigen, soliden wirtschaftlichen Situation der USA ist davon auszugehen, dass die Arbeitslosenquote zumindest konstant bleibt, wenn nicht sogar weiter sinkt. Dies ist eine Entwicklung, die für die absehbare Zukunft nachhaltiges Wachstum im US-Krankenhaussektor erwarten lässt. Innerhalb des weltweiten Gesundheitssektors sind Aktien von US-Krankenhausunternehmen also ein attraktives Segment jenseits von Biotech- und Pharmaaktien, das wir in unserem FondsPortfolio entsprechend berücksichtigen. Die besondere, biotechfreie und pharmaarme Anlagestrategie des nova Steady HealthCare dürfte sich für das Jahr 2017 im Rahmen einer positiven Wertentwicklung des Sektors weiter auszahlen.”

Quelle: SJB (21.03.2017): Managersichten SJB Substanz Z 5+: nova Steady HealthCare (WKN A1145J) – März 2017.

USA: Arbeitslos ins Krankenhaus?

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Auch Krankenhäuser und Krankenhausketten sind an der Börse notiert. Doch gilt es als Anleger, gewisse Unterschiede zwischen den diversen Krankenhausbetreibern zu beachten: Das Geschäft europäischer Krankenhausbetreiber ist verhältnismäßig stetig, ebenso wie der Großteil des restlichen Gesundheitssektors. Anders ist die Situation jedoch bei amerikanischen Krankenhausbetreibern.

von Oliver Kaemmerer

Wie die folgende Tabelle zeigt, waren zum Ende der neunziger Jahre mehr als 70% der Amerikaner privat krankenversichert, also entweder über den Arbeitgeber oder durch selbst erworbenen Versicherungsschutz. Auch hatten zu diesem Zeitpunkt ca. 15% der US Bevölkerung gar keinen Krankenversicherungsschutz.

Tabelle 1 US Krankenversicherung

Während der Anteil der Amerikaner mit selbst erworbenem Versicherungsschutz und derjenigen ohne Krankenversicherungsschutz von 1990-2012 recht konstant blieb, fiel der Anteil derjenigen mit einem an das Arbeitsverhältnis gebundenen Versicherungsschutz von ca. 65% im Jahr 1999 auf 55% im Jahr 2012. Diese Entwicklung wurde insbesondere durch die „Great Recession“ verstärkt, in der ca. 8,7 Mio. Arbeitsplätze zwischen Februar 2008 und Februar 2010 verlorengingen. Gleichzeitig nahm der durch öffentliche Programme (Medicaid, Medicare, Tricare) krankenversicherte Anteil der US-Amerikaner in den Jahren von 1999 bis 2012 um ca. 8% zu.

Dies ist ein ganz wesentlicher Unterschied zur Situation in Europa, wo eine generelle Krankenversicherungspflicht besteht, der Kostenträger im Allgemeinen über viele Jahre hinweg der gleiche bleibt und sich daher der Umfang des Versicherungsschutzes vergleichsweise wenig ändert. In den USA hingegen ändert sich der Kostenträger vergleichsweise häufig und damit auch Art und Umfang des Versicherungsschutzes. Wichtig ist dies im Hinblick auf Investitionen in Aktien börsennotierter Krankenhausbetreiber, da ein Wechsel des Versicherungsanbieters Veränderungen der Höhe der Zuzahlungen für ärztliche Dienstleistungen und Krankenhausaufenthalte mit sich bringen können.

So werden vorübergehend einkommensschwächere Patienten, wie z.B. Arbeitslose, planbare Eingriffe und Krankenhausleistungen nach Möglichkeit verschieben und weniger „Extras“ in Anspruch nehmen. Diese Situation führt in den USA zu einer geringfügig zyklischeren Nachfrage nach Krankenhausdienstleistungen als in Europa.

Chart 2 Krankenhausaufenthalte
So zeigt die obige Graphik eine hohe Korrelation zwischen Arbeitslosenquote und Krankenhausaufenthalten (grau einfärbte Zeiträume kennzeichnen Rezessionen). Die Anzahl der Krankenhausaufenthalte in den USA wächst, sobald die Arbeitslosenquote unter 6% fällt. Zurzeit liegt sie in den USA bei 4,7% und treibt somit den Anstieg der Krankenhausaufenthalte an.

Fazit: Basierend auf der gegenwärtigen, soliden wirtschaftlichen Situation der USA ist davon auszugehen, dass die Arbeitslosenquote zumindest konstant bleibt, wenn nicht sogar weiter sinkt. Eine Entwicklung, die für die absehbare Zukunft nachhaltiges Wachstum im US Krankenhaussektor erwarten lässt. Innerhalb des weltweiten Gesundheitssektors also ein attraktives Segment jenseits von Biotech- und Pharmaaktien.

Gesundheitsausgaben: Wahrnehmung fernab der Realität

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Wie das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos Mori in einer vor kurzem veröffentlichten Studie mit dem Titel „Perils of Perception” herausfand, stimmen Wahrnehmung und Realität oftmals nicht überein. Ipsos Mori befragte in 40 Ländern Menschen zur Bevölkerungsstruktur und gesellschaftsrelevanten Themen und fand dabei heraus, dass es stellenweise signifikante Unterschiede zwischen der Wahrnehmung und der Realität gibt.
von Oliver Kaemmerer

Was glauben Sie? Wieviel % des Bruttoinlandsproduktes (BIPs) wird in Deutschland jedes Jahr für Gesundheit ausgegeben? 20%, so die Meinung der Befragten. In Wirklichkeit sind es „nur“ ca. 11% – dennoch ein äußerst stattlicher Betrag vor dem Hintergrund, dass das deutsche BIP im Jahr 2015 mehr als EUR 3000 Mrd. groß war! (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Den Deutschen geht es damit ähnlich wie der Mehrzahl der 27.250 Befragten in 40 Ländern, sie überschätzen den Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt durchschnittlich um ca. 1/5. Die Deutschen liegen mit einer Überschätzung von „nur“ ca. 1/11 also schon näher an der Wahrheit dran.

Wahrnehmung_Realitaet (1)

In den 22 OECD Ländern, die in der Befragung miteingeschlossen waren, war die Meinung ähnlich wie die der Deutschen, nämlich, dass ca. 20% des BIPs für Gesundheit aufgewendet werden, wobei es im Durchschnitt aber nur ca. 9% sind. Die Polen lagen mit Ihrer Antwort am nächsten an der Wahrheit (sie vertippten sich um nur 4%), wohingegen die Kanadier mit ihrer Einschätzung, die Wahrheit um ganze 18% verfehlten.

Wahrnehmung_Realitaet (2)

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die wahrgenommen Gesundheitsausgaben systematisch von den realen Gesundheitsausgaben abweichen. Es wäre sicherlich hilfreich, wenn die Gesundheitsindustrie dieses „Zerrbild“ in Zukunft zu korrigieren versucht. Die gleiche Studie fand übrigens auch heraus, dass die Deutschen glauben, dass ihre Mitbürger weniger glücklich sind als es Studien belegen: Weniger als die Hälfte (45%) der deutschen Bevölkerung würde von sich selbst behaupten, glücklich zu sein, schätzten die Befragten. Dabei gaben in einer aktuellen Studie acht von zehn Befragten an (84%), alles in allem zufrieden zu sein. Soviel zum Thema eigene Wahrnehmung und Realität.

FondsPerle: Nova Steady HealthCare (WKN A1145J) – attraktive Bewertung sorgt für Kurspotenzial in 2017

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In den Bereichen Pharma und HealthCare aktive Aktienfonds gibt es in großer Anzahl – doch aus diesem Segment sticht der Nova Steady HealthCare P (WKN A1145J, ISIN DE000A1145J0) heraus. FondsManager Dr. Andreas Bischof, zugleich promovierter Molekularbiologe, nennt den Unterschied des Nova Steady HealthCare zu anderen Fonds aus dem Pharma- und Gesundheitsbereich: Während typische Gesundheits-Fonds rund zwei Drittel ihres Volumens in Pharmazie- und Biotechnologieaktien investieren, legt der Nova-Fonds überhaupt nicht in Biotechaktien an und investiert nur einen kleinen Teil des FondsVermögens in Aktien von Pharmaunternehmen. Der Schwerpunkt des stark spezialisierten Investmentfonds liegt vielmehr auf dem Bereich HealthCare in all seinen Facetten: So soll das herausragende Potenzial des Gesundheitssektors, der mit seiner Innovationsfreude eine immer größere Bedeutung für das tägliche Leben der Menschen erlangt, den Anlegern zugänglich gemacht werden. Mit seiner unorthodoxen Schwerpunktlegung hat der Nova-Fonds im Anlagejahr 2016 Kurseinbußen verzeichnet und rund zehn Prozent seines Wertes abgegeben. In der Folge weist das konzentrierte FondsPortfolio eine sehr attraktive Bewertung auf, die insbesondere mit Blick auf 2017 für nachhaltiges Kurspotenzial sorgt. FondsManager Dr. Bischof hat im Gespräch mit der SJB FondsSkyline weitere Details hierzu.

von Volker Zenk

Im Gegensatz zum „klassischen“ HealthCare-Fonds konzentriert sich der Nova Steady HealthCare auf eine Auswahl an Gesundheitsaktien, die nicht der Biotechnologie und nur in geringem Maße der Pharmazie zuzuordnen sind (10 Prozent des FondsPortfolios im Vergleich zu 49,3 Prozent beim Vergleichsindex MSCI World HealthCare). Die Eckpfeiler des Portfolios bilden Firmen aus den Bereichen HealthCare Distributors, HealthCare Equipment, HealthCare Facilities und HealthCare Services. Auf diese Weise stellt FondsManager Dr. Andreas Bischof ein aus 20 bis 30 Qualitätstiteln bestehendes, sehr konzentriertes FondsPortfolio zusammen. Der Schwerpunkt des Nova-Fonds liegt auf Aktien von etablierten Gesundheitsunternehmen mit stetigen Geschäftsmodellen und einer großen Kontinuität des Umsatz- und Gewinnwachstums. Darüber hinaus sollten die Investitionskandidaten langfristig gesicherte Wettbewerbsvorteile und ein nachhaltiges Wertschöpfungspotential aufweisen, fasst Marktexperte Dr. Bischof die Anlagestrategie zusammen.

Der Fokus auf ganz spezielle HealthCare-Titel, die von anderen Gesundheits-Fonds kaum beachtet oder übersehen werden, hat im Anlagejahr 2016 zu einer etwas schwächeren Performance im Vergleich zum Gesamtmarkt geführt. Zum Monatsende November hatte sich der nova Steady Health Care (I-Tranche) rund vier Prozentpunkte schwächer als der MSCI World Health Care in Euro entwickelt. Im Dezember begann sich diese Performancelücke weiter zu schließen: Aktuell liegt die I-Tranche seit Auflage im April 2016 noch um 1,8 Prozent gegenüber dem MSCI-Sektorindex hinten, während die auf Privatanleger fokussierte P-Tranche ihre Minderrendite gegenüber dem MSCI World Health Care EUR auf lediglich -0,8 Prozent reduziert hat (Daten per 07.12.2016). Der Nova Steady HealthCare P (WKN A1145J, ISIN DE000A1145J0) profitiert dabei von der längeren FondsLaufzeit seit Auflage: Seit April 2015 und damit bereits seit 20 Monaten ist das spezialisierte HealthCare-Produkt am Markt.

FondsManager Dr. Andreas Bischof betont, dass die Performancewerte lediglich Momentaufnahmen zum Betrachtungszeitpunkt sind und somit den aktuellen Stand der Dinge widergeben. Noch aussagekräftiger sei eine längerfristige Gesamtschau der Wertentwicklung, wie sie zumindest für die P-Tranche möglich ist. Denn seit Auflegung im April 2015 lag die P-Tranche den überwiegenden Teil dieser Zeitspanne über oder auf dem Niveau des Sektorindex. Die kostengünstigere I-Tranche hätte noch deutlicher über dem Sektorindex gelegen, würde sie schon ebenso lange existieren, betont der HealthCare-Experte. Während der Nova-Fonds im Performancevergleich leicht schwächer abschneidet, sieht die Lage mit Blick auf die Volatilitätsstruktur besser aus: Die Volatilität des FondsProduktes lag erfreulicherweise 1,8 Prozentpunkte unter der des MSCI-Referenzindex, womit die Kursschwankungen des HealthCare-Fonds vergleichsweise moderat ausfallen. Dieser Vorteil des aktiv gemanagten FondsProduktes gegenüber der passiven Benchmark schlägt sich auch in der Risikokennzahl Beta nieder: Mit 0,8 liegt der Beta-Wert seit Auflage klar unter dem marktneutralen Wert von 1,0.

Als Gründe für die temporäre Underperformance des Nova-Steady-Produktes führt FondsManager Dr. Bischof die sehr heterogene Performanceentwicklung der einzelnen HealthCare-Industrien an: Diejenigen Subindustrien, in die der Fonds per Monatsende Oktober fast zwei Drittel seines Volumens investiert hatte, haben sich im November 2016 schlechter entwickelt als der Sektorindex. Insbesondere nach dem überraschenden Ausgang der US-Präsidentschaftswahl am 8. November wich die Wertentwicklung des Fonds von der des Sektorindex nach unten ab – im Gegensatz zur positiven Abweichung in den acht Wochen von Ende April bis Ende Juni, wie der HealthCare-Experte betont. Die Quintessenz dieser Beobachtungen: Die andersartige Anlagestrategie des nova Steady Health Care sorgt in der Konsequenz auch für eine andersartige Performanceentwicklung – eine Eigenschaft, die nicht nur hinsichtlich der von Investoren gewünschten Diversifikation ihrer Anlagestratgie als sehr positiv zu werten ist. Zudem lässt die unterschiedliche Wertentwicklung von Fonds und MSCI-Vergleichsindex überdurchschnittliches antizyklisches Aufwärtspotenzial im Jahre 2017 erwarten, wie FondsManager Dr. Bischof im Gespräch mit der SJB FondsSkyline betont:

SJB: Erwarten Sie für das kommende Jahr, dass sich ihre Schwerpunktlegung abseits der Biotechunternehmen sowie die besondere Sektorenallokation des nova SHC auszahlt?

Dr. Bischof: Die besondere, biotechfreie und pharmaarme Anlagestrategie des Fonds nova SHC hat sich im ganz überwiegenden Teil des Zeitraums seit Fondsauflage im April 2015 bereits ausgezahlt, wenngleich sich der Fonds der negativen Entwicklung des Gesundheitssektors natürlich nicht völlig entziehen konnte. Auch für das Jahr 2017 erwarten wir, dass sich die Qualitäten von nova SHCs spezieller Anlagestrategie für die Anleger erneut auszahlen werden, dann hoffentlich im Rahmen einer positiven Wertentwicklung des Sektors. Die Erholung von der – unbestreitbar existierenden – Performancedelle vom 20.10. bis 11.11.2016 hat am 12.11.2016 eingesetzt und ist weiterhin in vollem Gange: So hat die I-Tranche ihre temporäre Underperformance gegenüber dem Sektorindex bereits auf -1,8 Prozent (07.12.16) reduziert, versus ihrem Tiefpunkt von über -7,0 Prozent (11.11.16). Im weiteren Kursverlauf des Dezembers erwarten wir erneut eine Outperformance und somit eine weitere Verkleinerung der Rendite-Lücke gegenüber dem Sektorindex.

SJB: Pharma- und HealthCare-Aktien haben 2016 kein gutes Jahr erlebt und um rund acht Prozent nachgegeben. Bewertungstechnisch stellen sich diese Aktien jetzt attraktiv dar. Sehen Sie den Sektor als ein besonders chancenreiches Investment für antizyklische Investoren in 2017?

Dr. Bischof: Ein klares „Ja“. Nachdem der Gesundheitssektor 2016 Investoren in der Tat nur wenig Freude bereitet hat und er mittlerweile günstig bewertet ist, sind die Aussichten auf eine Erholung dieses „geschundenen“ Sektors gut. Die fundamentalen Wachstumstreiber wie z.B. die demographische Entwicklung oder medizinische Innovationen sind weiterhin voll intakt und werden dies auch über viele, viele Jahre hinweg weiter bleiben. Gleichwohl ist auch hier Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Daher sollte man breit gestreut in den Sektor investieren, um so das Risiko von Einzeltiteln oder Klumpenrisiken in einzelnen Untersegmenten des Sektors zu minimieren.

SJB: Hat es einen Trump-Effekt in ihrem Fonds gegeben, und wenn ja, wie ist dieser ausgefallen? Erwarten Sie, dass der Wahlsieg Trumps dem HealthCare-Sektor längerfristig Auftrieb verleihen kann?

Dr. Bischof: Der Trump-Effekt im Gesundheitssektor bestand darin, dass sich die einzelnen Teilbereiche (Subindustrien) des Sektors in kurzer Zeit sehr unterschiedlich entwickelt haben, was den Fonds jedoch nur vorübergehend beeinträchtigt hat. Der Gesundheitssektor sollte unseres Erachtens von Trumps Wahlsieg profitieren, unter anderem auch mittels der erwarteten Zunahme von Unternehmensübernahmen oder auch mittels der angekündigten Senkung der Unternehmenssteuern. Gesundheit ist unverzichtbar – erst recht mit Trump.

Quelle: SJB (15.12.2016): FondsPerle – Nova Steady HealthCare (WKN A1145J) – attraktive Bewertung sorgt für Kurspotenzial in 2017.