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Die Drohnen kommen

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Es wird Frühling. Ein freundlicheres und wärmeres Wetter holt die Natur aus ihrem Winterschlaf. Das galt bisher für Pflanzen und Tiere. Und nun auch für Drohnen: Auf dem Campus des WakeMed Krankenhauses im US Bundesstaat North Carolina müssen sich die ihrem Tagesgeschäft nachgehenden Insekten und Vögel seit kurzem den Luftraum mit Drohnen teilen. Diese eilen nun mindestens sechs Mal täglich und fünf Tage in der Woche zwischen den Laborstätten und Behandlungseinrichtungen des Klinikkomplexes hin und her.

Von Oliver Kämmerer

Dieses sind die ersten, von der US Flugaufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) zugelassenen, regulären kommerziellen Drohnenflüge, die vom Logistikunternehmen UPS durchgeführt werden. Bluttests können hiermit z.B. schneller analysiert werden. Später sollen auch Gewebeproben per Drohne über das Krankenhausareal transportiert werden. Der Einsatz von Drohnen in weiteren Krankenhauskomplexen in den USA ist für den Verlauf des Jahres 2019 vorgesehen.

Da mit Drohnen physische Barrieren umflogen werden können, ist Ihr Einsatz auch dort von Vorteil, wo bestimmte Dinge schnell zum Empfänger gebracht werden müssen. Wenn in der Notdienstzentrale in Reno im US Bundesstaat Nevada ein Notruf eingeht, bei dem der Patient einen Herzstillstand erlitten hat, schickt der Drohnenbetreiber Flirtey eine Drohne mit einem Defibrillator an die Unfallstelle, da diese den Ort des Geschehens schneller erreichen kann, als der gleichzeitig angeforderte Krankenwagen. Jährlich erleiden zirka 360.000 Menschen in den USA einen Herzinfarkt und weniger als 10% überleben diesen. Eine zeitnahe Erstversorgung ist dabei überlebenswichtig. Jede Minute, die ungenutzt verstreicht, verringert die Überlebenschancen um 10%.

Eine im Jahr 2017 in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie aus Schweden¹ zeigte, dass der Einsatz von Drohnen, das Eintreffen eines Defibrillators beim Patienten wesentlich verkürzen können. Im Vergleich zum Rettungswagen trafen Drohnen im Durchschnitt um mehr als 16 Minuten früher am Einsatzort an. Eine im selben Jahr durchgeführte, in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte, kanadische Studie² zeigte, dass in städtischen Regionen der per Drohne gelieferte Defibrillator um mehr als 6 Minuten schneller am Einsatzort war. In ländlichen Regionen baut sich dieser zeitliche Vorsprung im Vergleich zum Rettungswagen sogar auf mehr als 10 Minuten aus.

Aber nicht nur fliegende Robotik findet Eingang in den medizinischen Alltag. So sind z.B. Service Roboter (z.B. zum Transport von Medikamenten, Wäsche und Müll) und chirurgische Roboter in Krankenhäusern anzutreffen. Das Zusammenspiel aus Robotik und künstlicher Intelligenz haben wir auch in unserem Blogbeitrag „Dr. Robot – Roboter am Krankenbett?“ näher beleuchtet. Mittlerweile sind mehr als 4.986 da Vinci Operationsroboter des Herstellers Intuitive Surgical weltweit im Einsatz und die möglichen Einsatzgebiete innerhalb der Chirurgie sind vielfältiger geworden.

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Der Einsatz von Robotertechnik wirkt natürlich dem Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem entgegen (siehe auch nova Blogbeitrag: Baumolsche Krankheit! Was nun?). Insbesondere hilft die Automatisierung von sich wiederholenden und arbeitsintensiven Abläufen den Kostenanstieg unter Kontrolle zu halten und knappe finanzielle Ressourcen besser einzusetzen. Deswegen erstaunt es nicht, dass die International Federation of Robotics (IFR) davon ausgeht, dass der Einsatz von Robotern im medizinischen Bereich weiter ansteigt. Alleine im Jahr 2018 wurden mit 4.400 Einheiten bei einem Umsatz von USD 2,3 Mrd. 49% mehr Einheiten als im Vorjahr abgesetzt. In den Jahren 2019 bis 2021 sollen nach Schätzungen der IFR ca. 7.400 Einheiten pro Jahr abgesetzt werden, was einem Anstieg um durchschnittlich 27% pro Jahr entspricht.

Ob in der Luft oder am Boden. Immer Menschen werden medizinischen Robotern in Zukunft begegnen. Ein Phänomen, das langfristig zum Alltag gehören wird.

¹ Quelle: JAMA (June 13, 2017): Time to Delivery of an Automated External Defibrillator Using a Drone for Simulated Out-of-Hospital Cardiac Arrests vs Emergency Medical Services
² Quelle: Circulation (June 20/27, 2017): Optimizing a Drone Network to Deliver Automated External Defibrillators

Die Alternativmediziner

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Bei nova funds dreht sich alles um Gesundheit. Mit dem nova Steady HealthCare geht die Münchner Gesellschaft das Wachstumsthema mal ganz anders an.
Autor: Sabine Groth, Das Investment

Rund 60 Prozent des MSCI World Health Care Index machen Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen aus. In den meisten in Deutschland zugelassenen Gesundheitsfonds sieht deren Anteil nicht viel anders aus. Die Gesundheitsbranche hat jedoch noch viel mehr zu bieten – und genau darauf zielt der nova Steady HealthCare (ISIN DE000A1145J0) ab. Der 2015 von Universal-Investment aufgelegte Fonds wird von nova funds beraten.

Nova steht für new, original und value-added. „Diese Merkmale charakterisieren unsere Strategien“, sagt Andreas Bischof, der die auf den Gesundheitssektor spezialisierte Investmentberatung 2013 in München gegründet hat. Zuvor managte der promovierte Molekularbiologe bei Allianz ein über eine Milliarde Euro schweres Healthcare-Portfolio. „Nach mehreren Jahren im Großkonzern wollte ich etwas Kleineres mit mehr Gestaltungsfreiheit ausprobieren“, so Bischof. 2014 trat Oliver Kämmerer als geschäftsführender Gesellschafter ins Unternehmen ein. Der Ökonom erwarb seine Expertise für Healthcare-Aktien bei der West LB. Von London aus betreut er nun zusammen mit dem in München ansässigen Bischof auf Investorenwünsche abgestimmte Mandate sowie das Aushängeschild des Unternehmens, den UCITS-konformen Fonds nova Steady HealthCare. Unterstützt werden sie dabei von einem wissenschaftlichen Beirat aus fünf Professoren.

Die Fondsstrategie ist eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der risikogeminderten Strategie, die Bischof bereits bei der Allianz umgesetzt hat. Ein geringeres Risiko als so manch anderes Healthcare-Investment hat der Fonds, da er komplett auf den tendenziell risikoreichsten Subsektor, die Biotechnologie, verzichtet. Zudem investiert er nicht in den aufstrebenden Ländern. „Der Fonds profitiert natürlich dennoch vom Wachstum des Gesundheitsmarkts in den Emerging Markets, aber indirekt über Industrieländer-Unternehmen, die in den Schwellenländern aktiv sind“, erklärt Bischof.

Zudem versucht das Fondsmanager-Duo das Risiko aus dem Fonds zu nehmen, indem es vor allem in stete Geschäftsmodelle mit überdurchschnittlichem Wachstum bei Umsatz und Gewinnen investiert, wo weder extreme Sprünge nach unten noch nach oben zu erwarten sind. „Tatsächlich liegt die Volatilität im Fonds seit Auflegung ein bis 2 Prozent unter der Schwankungsbreite des Vergleichsindex MSCI World Health Care“, sagt Bischof. Gleichzeitig hat der Fonds eine höhere Rendite erzielt.

Die Fondsmanager verzichten jedoch nicht nur auf Biotechnologie, sondern auch auf Big Pharma. „Mit den großen Pharmakonzernen lässt sich kaum eine Überrendite erzielen. Die Unternehmen haben es aufgrund ihrer Größe schwer, signifikant zu wachsen“, begründet Bischof. Im Pharmasegment, dem größten der zehn von MSCI aufgeführten Subsektoren, investiert der Fonds nur in „atypische“ Vertreter. Dazu zählen die Fondsmanager Hersteller von Generika, von Tierarzneien und von ästhetischen und Lifestyle-Produkten wie Botox oder Hyaluronsäure. Die irische Allergan gehört zum Beispiel zum Portfolio.

Den Großteil seines Vermögens investiert der Fonds in die weiteren acht Subsektoren. „Diese bieten hochinteressante Geschäftsmodelle mit vielversprechenden Perspektiven, werden aber von typischen Gesundheitsfonds leider vernachlässigt“, so Bischof. Der größte ist Medizintechnik (Healthcare Equipment). Hierzu zählen etwa Hersteller von Apparaten und Geräten für den Gesundheitsbereich. Im Aktienportfolio des Fonds zählt der Subsektor zu Ende Oktober 2018 mit guten 19 Prozent zu den zwei größten Bereichen.

Knapp 21 Prozent stecken im Segment Life Sciences Tools & Services. Darunter fallen Zulieferbetriebe der biomedizinischen Forschung, wie Qiagen aus Hilden oder Morphosys aus München. „Die Subindustrie bietet eine große Vielfalt von Geschäftsmodellen und beliefert ein sehr starkes Wachstumssegment“, erklärt Bischof. Weitere Bereiche mit zweistelligem Anteil am Aktienportfolio sind Managed Healthcare, wozu zum Beispiel Krankenversicherer zählen, und Healthcare Services, eine Mischung diverser Dienstleistungsangebote im medizinischen Bereich.

Insgesamt umfasst das Anlageuniversum des Fonds rund 300 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Dollar. Davon landen jedoch nur 20 bis 30 Werte im Portfolio. Viele davon stammen in der Regel aus den USA, dem größten Gesundheitsmarkt der Welt. Neben Nordamerika haben die Fondsmanager Europa, Japan und Australien im Blick, wobei sich derzeit nur amerikanische und europäische Titel im Portfolio befinden.

Auch wenn 2018 für globale Aktienanleger im Allgemeinen kein berauschendes Jahr war, so können sich die Anleger des mit fünf Morningstar-Sternen bewerteten nova Steady HealthCare nicht beschweren. Der Fonds schaffte in den ersten zehn Monaten ein Plus von rund 21 Prozent und entwickelte sich damit fast doppelt so stark wie der globale Gesundheitssektor.

Quelle: Das Investment; Erscheinungsdatum: 25.03.2019

Lohnplus durch Brille?

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Können einfache und kostengünstige Maßnahmen Arbeitsproduktivität und Lebensstandards in Schwellenländern nachhaltig verbessern? Wissenschaftliche Studien haben sich hierzu primär mit ernährungstherapeutischen Ansätzen beschäftigt. Oftmals sind deren Ergebnisse jedoch nicht eindeutig, da hohe logistische Hürden existieren und die langfristige Einhaltung der Ernährungstherapie nicht gewährleistet werden kann. Aber Ernährungstherapie ist nicht das Ende der Fahnenstange.
von Oliver Kämmerer

Die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte vor kurzem eine Studie zu den nicht-medizinischen Effekten von Brillen. Bezeichnenderweise trägt diese Studie den englischen Titel „PROSPER“ und untersucht, wie Teepflücker im indischen Assam vom Brillentragen während ihrer Arbeit profitieren können.¹

Nach einem initialen Screening wurden insgesamt 751 Teepflücker, die älter als vierzig Jahre waren, ausgewählt. Vier Fünftel von ihnen waren Frauen und für alle Teilnehmer war das Teepflücken die Haupteinnahmequelle während der Erntesaison. Der Lohn von Teepflückern richtet sich nach der Menge des von ihnen gepflückten Tees. Die Sehhilfen kosteten zwischen USD10 und USD20 pro Proband, die Studiendauer betrug 11 Wochen.

Die Ergebnisse der Studie waren beindruckend: So konnten die Teepflücker mit Sehhilfe 5,3kg mehr Tee pro Tag pflücken als die Kontrollgruppe aus Teepflücker ohne Sehhilfen. Eine Produktivitätssteigerung von mehr als 20%! Plantagenarbeiter, die 50 Jahre und älter waren, konnten die Menge an gepflücktem Tee sogar im Durchschnitt um 7,3kg steigern, ein Zuwachs von mehr als 30%. Sehhilfen können also einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut in Schwellenländern leisten, und dies bei vergleichsweise geringen Kosten.

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Nach Schätzungen von dem weltweit führenden Anbieter von Korrekturgläsern und Brillengestellen wird der weltweite Markt für Sehhilfen (dieser beinhaltet auch Kontaktlinsen) zwischen 2017 und 2022 um ca. 5% pro Jahr wachsen. Sonnenbrillen mit ca. 6,5% pro Jahr etwas schneller und Kontaktlinsen mit 4,3% p.a. etwas langsamer als der Gesamtmarkt. Der Wachstumstreiber ist die zunehmende Fehlsichtigkeit insbesondere bei den älteren Menschen, deren Anteil an der Bevölkerung ja bekanntermaßen überproportional wächst. Die Anzahl derjenigen Menschen, die eine Brille benötigen, sich aber keine leisten können, wird von ca. 2,5 Milliarden im Jahr 2017 auf 3,3 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen.

Solche einfachen Maßnahmen können also sowohl zur Verbesserung der Gesundheit beitragen, als auch zur Verbesserung der Einkommenssituation in Schwellenländern.

¹ Quelle: The Lancet: Effect of providing near glasses on productivity among rural Indian tea workers with presbyopia (PROSPER): a randomised trial

Megatrends abseits der klassischen Pfade

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Nicht in der Biotechnologie und der klassischen Pharmazie sind die Wachstumstreiber des Gesundheitssektors zu finden, sondern eher in der Medizintechnik, Digitalisierung und dem Hörgerätesegment, wie Oliver Kämmerer, Geschäftsführender Gesellschafter bei nova funds, im Gespräch mit ChampionsNews erklärt. Wie diese Erkenntnisse sinnvoll für den Anleger im nova Steady HealthCare (ISIN DE000A1145J0) umgesetzt werden, berichtet er im Interview.

von Oliver Kämmerer und Timo Lüllau

ChampionsNews: Herr Kämmerer, die Bevölkerung wird immer älter, und in den Schwellenländern wächst zusätzlich der Bedarf nach Gesundheitsleistungen. Wie profitieren die Anleger bei Investitionen in den Fonds nova Steady HealthCare (ISIN DE000A1145J0) von diesen Entwicklungen?

Kämmerer: Unsere Fondsanleger profitieren von den von Ihnen genannten Wachstumstreibern durch die selektive Titelauswahl des Fondsmanagements. Das Fondsmanagement wählt gerade diejenigen Unternehmen aus, die die fundamentalen Megatrends des Gesundheitssektors vollständig ausschöpfen und damit ein nachhaltiges Renditepotenzial aufweisen.

Die Mehrzahl dieser Megatrends spielt sich in denjenigen acht Subindustrien des Gesundheitssektors ab, die sich nicht mit Biotechnologie oder der klassischen Pharmazie befassen: Hierzu zählen Betreiber von Tierklinikketten, Lebensmitteltester, Hersteller von Hörgeräten, Kontaktlinsen, Tierarzneimitteln, Operationsrobotern und medizinischen Verbrauchsmaterialien und Händlerketten, die diese Produkte vertreiben. Auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens durch Softwarelösungen gewinnt immer mehr an Bedeutung.

ChampionsNews: Weshalb schließen Sie Pharma- und Biotechnologiewerte aus Ihrem Anlageuniversum aus? Werden dadurch nicht mögliche Performancechancen ausgelassen? Wo sehen Sie größere Investmentchancen im Gesundheitssektor?

Kämmerer: Der nova Steady HealthCare ist ein risikoaverser Aktienfonds. Biotechnologiewerte können durchaus hohe Ertragschancen bieten. Diese gehen dabei aber oftmals mit hohen Kursschwankungen einher. Wir möchten täglich stark schwankende Anteilswertentwicklungen unseren Anlegern nicht zumuten. Des Weiteren fällt – gemessen am MSCI World Health Care Index – die wirtschaftliche Bedeutung der beiden von Ihnen genannten Subindustrien der Gesundheitsindustrie kontinuierlich. Die Wertschöpfung erfolgt in den anderen acht Subindustrien. Seit Auflage des Fonds zum 1. April 2015 haben der MSCI World Pharma und Biotech Index (Stand: 31.10.2018) beide 8,5 Prozent an Wert verloren, Anleger haben in diesen beiden Segmenten also nicht viel verpasst. Die größten mittel- bis langfristigen Chancen liegen in den von mir zuvor genannten Bereichen des Gesundheitssektors, die unserer Erfahrung nach von den meisten Anlegern eher vernachlässigt werden.

ChampionsNews: Welche Titel haben sich zuletzt als besonders lukrativ fürs Portfolio erwiesen?

Kämmerer: Hierzu zählt das US-Unternehmen HealthEquity, das der Krankenversicherungsbranche zugeordnet ist. HealthEquity bietet jedoch keine Krankenversicherungen im eigentlichen Sinne an, sondern hat sich auf die Verwaltung von sogenannten Gesundheitskonten spezialisiert. US-Bürger können einen unversteuerten Teil ihres Einkommens auf ihrem Gesundheitskonto ansparen. Dieses Geld kann dann zu einem späteren Zeitpunkt dazu verwendet werden, um Zuzahlungen zu Arztrechnungen zu leisten oder medizinische Leistungen vollständig zu bezahlen. Zuzahlungen nehmen in den USA einen stetig wachsenden Anteil der Gesundheitskosten ein. Um sich davor zu schützen, legen die US-Bürger gerne Gesundheitskonten an, insbesondere bei zunehmender Beschäftigung.

Ein weiteres Beispiel ist Amedisys. Amedisys ist ein Dienstleister, der kranke Menschen zu Hause aufsucht und dort pflegt, sei es dauerhaft oder nur vorübergehend, wie zum Beispiel nach chirurgischen Eingriffen. Dies bringt große Vorteile sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für die Kostenträger: Für die Patienten ist es natürlich angenehmer, im eigenen Zuhause genesen zu können und gepflegt zu werden als in einem Krankenhaus oder in einem Pflegeheim. Für die Kostenträger ist die häusliche Pflege attraktiv, da sie kostengünstiger ist als ein Aufenthalt im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim. Als einer der größten Anbieter konsolidiert Amedisys den hochfragmentierten Markt durch Akquisition kleinerer Anbieter, die Schwierigkeiten haben, mit der zunehmenden Professionalisierung der häuslichen Pflege Schritt zu halten und profitiert überproportional von den Veränderungen im adressierten Marktsegment.

ChampionsNews: Die Schwellenländer zählen auch zu den Wachstumstreibern für den Gesundheitssektor. Wo liegen die Ursachen für diese gute Entwicklung? Welche Bereiche des Gesundheitssektors unterstützen diesen positiven Verlauf besonders?

Kämmerer: In den Schwellenländern führt die Verwestlichung des Lebensstils und ein zunehmender Wohlstand zur vermehrten Nachfrage nach medizinischen Dienstleistungen und Produkten, insbesondere bei der Mittelschicht. Schwellenländer sind dabei primär volumenstarke Märkte für Produkte, die es im Westen bereits seit längerer Zeit gibt, wie beispielsweise Produkte der medizinischen Grundversorgung. Zudem kommen im Vergleich zu den Industrienationen Generika in viel größerem Umfang zum Einsatz.

Quelle: Universal Investment (06.12.2018): Megatrends abseits der klassischen Pfade