Alle Beiträge von nova funds

Dr. Lassie auf die Station bitte!

Quelle: istockphoto.com / FatCamera

Eine neue, nicht medikamentöse Therapieform erfährt zunehmend Aufmerksamkeit. Sie ist mit einem Fell, einem Schwanz und vier Beinen versehen und kann bellen! Der Hund ist nicht nur ein beliebtes Haustier, sondern wird verstärkt auch als eine Therapieform im häuslichen sowie auch stationären Krankenhausbereich, insbesondere auf der Intensivstation eingesetzt.

Von Oliver Kämmerer

Studien haben gezeigt, dass ein 12-minütiger Besuch eines Hundes, bei einem unter Herzversagen leidenden, stationären Patienten den Angstzustand des Patienten um 24% reduzieren konnte. Der Besuch eines freiwilligen Helfers dahingegen nur um 10%. Aber auch auf der Intensivstation können Hunde zur Verbesserung des Wohlbefindens dienen, wie eine im Jahr 2018 veröffentliche Studie im medizinischen Fachjournal Critical Care¹ zeigen konnte.

Im häuslichen Bereich leiden ältere Menschen nicht nur unter Einsamkeit, sondern auch unter Alterserkrankungen, wie z.B. Demenz, Parkinson und Alzheimer. Auch hier helfen Haustiere, hauptsächlich Hunde, die Symptome zu lindern. Aber was tun, wenn ein älterer Mensch seinen Verpflichtungen gegenüber einem Haustier nicht mehr nachkommen kann?

Quelle: Tobot

Die Mutter von Tom Stevens, dem Gründer der Firma Tombot, stand vor gerade diesem Dilemma. Aufgrund ihrer fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung konnte sie sich um ihren Goldendoodle (eine Kreuzung aus Golden Retriever und Pudel) namens Golden Bear nicht mehr ausreichend kümmern. Gleichzeitig war Golden Bear ihr ein und alles und der unausweichliche, nahende Abschied von ihm verstärkte das Gefühl der Einsamkeit und ihre Depressionen.

Ihr Sohn Tom Stevens suchte nach einer Lösung, gründete das Unternehmen Tombot und entwickelte einen Robo-Hund. Ein mit Sensoren ausgestatteter Labrador-Welpe, der auf Kommandos hört und dabei die Geräusche eines 12 Wochen alten Hundes macht. Anstatt ihn regelmäßig zu füttern wird er abends an die Steckdose angeschlossen, sodass er am nächsten Morgen seine Aufgaben als anschmiegsames und pflegeleichtem Haustier nachkommen kann.

Aber Roboter sind nicht nur als therapeutische Haustiere im Einsatz, sondern z.B. auch als Operationsroboter in der Chirurgie, wo sie dazu beitragen, das zur Operation nötige Fachpersonal zu reduzieren und die Erholungszeiten nach dem Eingriff zu reduzieren. Fliegende Roboter (Drohnen) ermöglichen es, Defibrillatoren schnellstmöglichst zum Einsatzort zu bringen und so Leben zu retten. Und für besonders monotone und schwere Arbeiten können Service-Roboter eingesetzt werden, die im Krankenhausbereich z.B. Müll entsorgen, Medikamente auf die Station bringen und Wäsche transportieren. Die lebendige Dr. Lassie ist uns dennoch am sympathischsten!

¹ Quelle: Critical Care (2018): Animal-assisted intervention in the ICU: a tool for humanization

Die Drohnen kommen

Quelle: iStockphoto.com / koya79

Es wird Frühling. Ein freundlicheres und wärmeres Wetter holt die Natur aus ihrem Winterschlaf. Das galt bisher für Pflanzen und Tiere. Und nun auch für Drohnen: Auf dem Campus des WakeMed Krankenhauses im US Bundesstaat North Carolina müssen sich die ihrem Tagesgeschäft nachgehenden Insekten und Vögel seit kurzem den Luftraum mit Drohnen teilen. Diese eilen nun mindestens sechs Mal täglich und fünf Tage in der Woche zwischen den Laborstätten und Behandlungseinrichtungen des Klinikkomplexes hin und her.

Von Oliver Kämmerer

Dieses sind die ersten, von der US Flugaufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) zugelassenen, regulären kommerziellen Drohnenflüge, die vom Logistikunternehmen UPS durchgeführt werden. Bluttests können hiermit z.B. schneller analysiert werden. Später sollen auch Gewebeproben per Drohne über das Krankenhausareal transportiert werden. Der Einsatz von Drohnen in weiteren Krankenhauskomplexen in den USA ist für den Verlauf des Jahres 2019 vorgesehen.

Da mit Drohnen physische Barrieren umflogen werden können, ist Ihr Einsatz auch dort von Vorteil, wo bestimmte Dinge schnell zum Empfänger gebracht werden müssen. Wenn in der Notdienstzentrale in Reno im US Bundesstaat Nevada ein Notruf eingeht, bei dem der Patient einen Herzstillstand erlitten hat, schickt der Drohnenbetreiber Flirtey eine Drohne mit einem Defibrillator an die Unfallstelle, da diese den Ort des Geschehens schneller erreichen kann, als der gleichzeitig angeforderte Krankenwagen. Jährlich erleiden zirka 360.000 Menschen in den USA einen Herzinfarkt und weniger als 10% überleben diesen. Eine zeitnahe Erstversorgung ist dabei überlebenswichtig. Jede Minute, die ungenutzt verstreicht, verringert die Überlebenschancen um 10%.

Eine im Jahr 2017 in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie aus Schweden¹ zeigte, dass der Einsatz von Drohnen, das Eintreffen eines Defibrillators beim Patienten wesentlich verkürzen können. Im Vergleich zum Rettungswagen trafen Drohnen im Durchschnitt um mehr als 16 Minuten früher am Einsatzort an. Eine im selben Jahr durchgeführte, in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte, kanadische Studie² zeigte, dass in städtischen Regionen der per Drohne gelieferte Defibrillator um mehr als 6 Minuten schneller am Einsatzort war. In ländlichen Regionen baut sich dieser zeitliche Vorsprung im Vergleich zum Rettungswagen sogar auf mehr als 10 Minuten aus.

Aber nicht nur fliegende Robotik findet Eingang in den medizinischen Alltag. So sind z.B. Service Roboter (z.B. zum Transport von Medikamenten, Wäsche und Müll) und chirurgische Roboter in Krankenhäusern anzutreffen. Das Zusammenspiel aus Robotik und künstlicher Intelligenz haben wir auch in unserem Blogbeitrag „Dr. Robot – Roboter am Krankenbett?“ näher beleuchtet. Mittlerweile sind mehr als 4.986 da Vinci Operationsroboter des Herstellers Intuitive Surgical weltweit im Einsatz und die möglichen Einsatzgebiete innerhalb der Chirurgie sind vielfältiger geworden.

Quelle: iStockphoto.com / 3alexd

Der Einsatz von Robotertechnik wirkt natürlich dem Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem entgegen (siehe auch nova Blogbeitrag: Baumolsche Krankheit! Was nun?). Insbesondere hilft die Automatisierung von sich wiederholenden und arbeitsintensiven Abläufen den Kostenanstieg unter Kontrolle zu halten und knappe finanzielle Ressourcen besser einzusetzen. Deswegen erstaunt es nicht, dass die International Federation of Robotics (IFR) davon ausgeht, dass der Einsatz von Robotern im medizinischen Bereich weiter ansteigt. Alleine im Jahr 2018 wurden mit 4.400 Einheiten bei einem Umsatz von USD 2,3 Mrd. 49% mehr Einheiten als im Vorjahr abgesetzt. In den Jahren 2019 bis 2021 sollen nach Schätzungen der IFR ca. 7.400 Einheiten pro Jahr abgesetzt werden, was einem Anstieg um durchschnittlich 27% pro Jahr entspricht.

Ob in der Luft oder am Boden. Immer Menschen werden medizinischen Robotern in Zukunft begegnen. Ein Phänomen, das langfristig zum Alltag gehören wird.

¹ Quelle: JAMA (June 13, 2017): Time to Delivery of an Automated External Defibrillator Using a Drone for Simulated Out-of-Hospital Cardiac Arrests vs Emergency Medical Services
² Quelle: Circulation (June 20/27, 2017): Optimizing a Drone Network to Deliver Automated External Defibrillators

Die Alternativmediziner

Quelle: iStockphoto.com / 3alexd

Bei nova funds dreht sich alles um Gesundheit. Mit dem nova Steady HealthCare geht die Münchner Gesellschaft das Wachstumsthema mal ganz anders an.
Autor: Sabine Groth, Das Investment

Rund 60 Prozent des MSCI World Health Care Index machen Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen aus. In den meisten in Deutschland zugelassenen Gesundheitsfonds sieht deren Anteil nicht viel anders aus. Die Gesundheitsbranche hat jedoch noch viel mehr zu bieten – und genau darauf zielt der nova Steady HealthCare (ISIN DE000A1145J0) ab. Der 2015 von Universal-Investment aufgelegte Fonds wird von nova funds beraten.

Nova steht für new, original und value-added. „Diese Merkmale charakterisieren unsere Strategien“, sagt Andreas Bischof, der die auf den Gesundheitssektor spezialisierte Investmentberatung 2013 in München gegründet hat. Zuvor managte der promovierte Molekularbiologe bei Allianz ein über eine Milliarde Euro schweres Healthcare-Portfolio. „Nach mehreren Jahren im Großkonzern wollte ich etwas Kleineres mit mehr Gestaltungsfreiheit ausprobieren“, so Bischof. 2014 trat Oliver Kämmerer als geschäftsführender Gesellschafter ins Unternehmen ein. Der Ökonom erwarb seine Expertise für Healthcare-Aktien bei der West LB. Von London aus betreut er nun zusammen mit dem in München ansässigen Bischof auf Investorenwünsche abgestimmte Mandate sowie das Aushängeschild des Unternehmens, den UCITS-konformen Fonds nova Steady HealthCare. Unterstützt werden sie dabei von einem wissenschaftlichen Beirat aus fünf Professoren.

Die Fondsstrategie ist eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der risikogeminderten Strategie, die Bischof bereits bei der Allianz umgesetzt hat. Ein geringeres Risiko als so manch anderes Healthcare-Investment hat der Fonds, da er komplett auf den tendenziell risikoreichsten Subsektor, die Biotechnologie, verzichtet. Zudem investiert er nicht in den aufstrebenden Ländern. „Der Fonds profitiert natürlich dennoch vom Wachstum des Gesundheitsmarkts in den Emerging Markets, aber indirekt über Industrieländer-Unternehmen, die in den Schwellenländern aktiv sind“, erklärt Bischof.

Zudem versucht das Fondsmanager-Duo das Risiko aus dem Fonds zu nehmen, indem es vor allem in stete Geschäftsmodelle mit überdurchschnittlichem Wachstum bei Umsatz und Gewinnen investiert, wo weder extreme Sprünge nach unten noch nach oben zu erwarten sind. „Tatsächlich liegt die Volatilität im Fonds seit Auflegung ein bis 2 Prozent unter der Schwankungsbreite des Vergleichsindex MSCI World Health Care“, sagt Bischof. Gleichzeitig hat der Fonds eine höhere Rendite erzielt.

Die Fondsmanager verzichten jedoch nicht nur auf Biotechnologie, sondern auch auf Big Pharma. „Mit den großen Pharmakonzernen lässt sich kaum eine Überrendite erzielen. Die Unternehmen haben es aufgrund ihrer Größe schwer, signifikant zu wachsen“, begründet Bischof. Im Pharmasegment, dem größten der zehn von MSCI aufgeführten Subsektoren, investiert der Fonds nur in „atypische“ Vertreter. Dazu zählen die Fondsmanager Hersteller von Generika, von Tierarzneien und von ästhetischen und Lifestyle-Produkten wie Botox oder Hyaluronsäure. Die irische Allergan gehört zum Beispiel zum Portfolio.

Den Großteil seines Vermögens investiert der Fonds in die weiteren acht Subsektoren. „Diese bieten hochinteressante Geschäftsmodelle mit vielversprechenden Perspektiven, werden aber von typischen Gesundheitsfonds leider vernachlässigt“, so Bischof. Der größte ist Medizintechnik (Healthcare Equipment). Hierzu zählen etwa Hersteller von Apparaten und Geräten für den Gesundheitsbereich. Im Aktienportfolio des Fonds zählt der Subsektor zu Ende Oktober 2018 mit guten 19 Prozent zu den zwei größten Bereichen.

Knapp 21 Prozent stecken im Segment Life Sciences Tools & Services. Darunter fallen Zulieferbetriebe der biomedizinischen Forschung, wie Qiagen aus Hilden oder Morphosys aus München. „Die Subindustrie bietet eine große Vielfalt von Geschäftsmodellen und beliefert ein sehr starkes Wachstumssegment“, erklärt Bischof. Weitere Bereiche mit zweistelligem Anteil am Aktienportfolio sind Managed Healthcare, wozu zum Beispiel Krankenversicherer zählen, und Healthcare Services, eine Mischung diverser Dienstleistungsangebote im medizinischen Bereich.

Insgesamt umfasst das Anlageuniversum des Fonds rund 300 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Dollar. Davon landen jedoch nur 20 bis 30 Werte im Portfolio. Viele davon stammen in der Regel aus den USA, dem größten Gesundheitsmarkt der Welt. Neben Nordamerika haben die Fondsmanager Europa, Japan und Australien im Blick, wobei sich derzeit nur amerikanische und europäische Titel im Portfolio befinden.

Auch wenn 2018 für globale Aktienanleger im Allgemeinen kein berauschendes Jahr war, so können sich die Anleger des mit fünf Morningstar-Sternen bewerteten nova Steady HealthCare nicht beschweren. Der Fonds schaffte in den ersten zehn Monaten ein Plus von rund 21 Prozent und entwickelte sich damit fast doppelt so stark wie der globale Gesundheitssektor.

Quelle: Das Investment; Erscheinungsdatum: 25.03.2019

Lohnplus durch Brille?

Quelle: iStockphoto.com / PK6289

Können einfache und kostengünstige Maßnahmen Arbeitsproduktivität und Lebensstandards in Schwellenländern nachhaltig verbessern? Wissenschaftliche Studien haben sich hierzu primär mit ernährungstherapeutischen Ansätzen beschäftigt. Oftmals sind deren Ergebnisse jedoch nicht eindeutig, da hohe logistische Hürden existieren und die langfristige Einhaltung der Ernährungstherapie nicht gewährleistet werden kann. Aber Ernährungstherapie ist nicht das Ende der Fahnenstange.
von Oliver Kämmerer

Die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte vor kurzem eine Studie zu den nicht-medizinischen Effekten von Brillen. Bezeichnenderweise trägt diese Studie den englischen Titel „PROSPER“ und untersucht, wie Teepflücker im indischen Assam vom Brillentragen während ihrer Arbeit profitieren können.¹

Nach einem initialen Screening wurden insgesamt 751 Teepflücker, die älter als vierzig Jahre waren, ausgewählt. Vier Fünftel von ihnen waren Frauen und für alle Teilnehmer war das Teepflücken die Haupteinnahmequelle während der Erntesaison. Der Lohn von Teepflückern richtet sich nach der Menge des von ihnen gepflückten Tees. Die Sehhilfen kosteten zwischen USD10 und USD20 pro Proband, die Studiendauer betrug 11 Wochen.

Die Ergebnisse der Studie waren beindruckend: So konnten die Teepflücker mit Sehhilfe 5,3kg mehr Tee pro Tag pflücken als die Kontrollgruppe aus Teepflücker ohne Sehhilfen. Eine Produktivitätssteigerung von mehr als 20%! Plantagenarbeiter, die 50 Jahre und älter waren, konnten die Menge an gepflücktem Tee sogar im Durchschnitt um 7,3kg steigern, ein Zuwachs von mehr als 30%. Sehhilfen können also einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut in Schwellenländern leisten, und dies bei vergleichsweise geringen Kosten.

Quelle: iStockphoto.com / NilouferWadia, nova funds

Nach Schätzungen von dem weltweit führenden Anbieter von Korrekturgläsern und Brillengestellen wird der weltweite Markt für Sehhilfen (dieser beinhaltet auch Kontaktlinsen) zwischen 2017 und 2022 um ca. 5% pro Jahr wachsen. Sonnenbrillen mit ca. 6,5% pro Jahr etwas schneller und Kontaktlinsen mit 4,3% p.a. etwas langsamer als der Gesamtmarkt. Der Wachstumstreiber ist die zunehmende Fehlsichtigkeit insbesondere bei den älteren Menschen, deren Anteil an der Bevölkerung ja bekanntermaßen überproportional wächst. Die Anzahl derjenigen Menschen, die eine Brille benötigen, sich aber keine leisten können, wird von ca. 2,5 Milliarden im Jahr 2017 auf 3,3 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen.

Solche einfachen Maßnahmen können also sowohl zur Verbesserung der Gesundheit beitragen, als auch zur Verbesserung der Einkommenssituation in Schwellenländern.

¹ Quelle: The Lancet: Effect of providing near glasses on productivity among rural Indian tea workers with presbyopia (PROSPER): a randomised trial